Coffee-People | Gottfried Schneiderbauer: Der Düsentrieb des Kaffees

Siemens Coffee-People | Gottfried Schneiderbauer: Der Düsentrieb des Kaffees

So stellt man sich eine echte Ideenschmiede vor: Kreidediagramme auf der Wandtafel, Prototypen von Kaffeemaschinen, Modelle künftiger Entwicklungen und zwischendrin Mikroskopaufnahmen von Kaffeebohnen und Dingen, die auch auf den zweiten Blick noch rätselhaft erscheinen. Dafür verantwortlich ist Gottfried Schneiderbauer, der viel über das Kurvenverhalten von Kaffee weiß – nicht als Verhaltensforscher, sondern als Entwickler.

Auweia, das ist ja fast wie im Physikunterricht, 9. Klasse?

Ach, keine Sorge. Hier wird „nur“ entwickelt. Das ist sozusagen unser Kaffee-Lab.

Sind Sie also der Daniel Düsentrieb des Kaffees?

(Grinst) Naja, Antrieb kann nie schaden. Und Kaffeevollautomaten sind besonders herausfordernd – sie müssen drei „Naturkleber“ verarbeiten. Milch mit ihren Proteinen und Fetten, Kaffee mit Feinstanteilen von Ölen und den Kalk des Wassers. Außerdem sind diese Komponenten nicht einmal genormt.

Das heißt?

Jeder Kaffeetrinker füllt was anderes in die Geräte – kleine oder große Bohnen, ölige oder trockene, helle oder dunkle, dann frische Kuhmilch, H-Milch, entkalktes, weiches oder hartes Wasser usw. Deshalb lassen wir insgesamt 70 Kaffeevollautomaten im Dauerversuch ununterbrochen brühen – im Jahr kommen wir da locker auf etwa 15 Tonnen Kaffeebohnen.

Und dafür steht die Kurve an der Tafel?

Nein, so demonstrieren wir die optimale Brühtemperatur – das ist eine der wichtigsten Entwicklungen des EQ.8. Die Temperatur des Wassers ist entscheidend, nicht nur beim Aufeinandertreffen von Kaffeepulver und Brühwasser, sondern während des gesamten Brühvorgangs. Optimal sind permanent 90 bis 95 Grad Celsius, nur so kann das Aroma sein volles Potenzial entfalten. Wir nennen diese Technik „Intelligent Heater inside“.


Das hört sich kompliziert an …

Klar, solche Entwicklungen sind sehr komplex und erfordern unzählige Tests. Mittlerweile haben wir für unsere Versuche auch einen Roboter im Einsatz, ein zweiter kommt demnächst dazu.

Die können aber keinen Kaffee trinken …

(Lacht) Nein, das übernehmen wir Ingenieure gerne noch selbst. Das Kaffeetrinken an der Kaffeeküche ist Kult und nicht nur Arbeit, sondern auch klasse für den Teamgeist.

Und was trinken Sie da so am liebsten?

Ich trinke fast nur noch Espresso – stark und ohne Zucker. Cappuccino nur am Morgen und zum Kuchen. Meine Lieblingsbohne ist der Il Gustoso von der Kaffeerösterei Dinzler: der war schon mal Espresso des Jahres bei der Zeitschrift „Feinschmecker“. Einfach super lecker.

___________________________

Alle Beiträge zur Serie Coffee-People findet ihr hier.

Mehr bei SmartLightLiving zum Thema: , , , , , , , , ,

Kommentare (4)

  1. […] innovative Technik nennen die Siemens-Ingenieure „sensoFlow“ (Bild ganz oben). Das kann man anhand einer Kurve illustrieren, wie das EQ.8-Entwicklungsleiter Gottfried Schneiderbauer macht. Vor allem aber kann man das […]

  2. […] wenn der Ansaugschlauch am unteren Ende in ein Rohr übergeht“, erklärt Siemens-Ingenieur Gottfried Schneiderbauer das ebenso simple wie effektive technische Prinzip. „Das kann sich nicht im Milchbehälter […]

  3. […] Hightech-Gerät, das nicht zuletzt auch ständig mit drei „Naturklebern“ klarkommen muss, wie die EQ.8-Ingenieure sagen. Also mit Milchfetten, Ölen und Feinstanteilen von Kaffee sowie dem Kalk des […]

  4. […] daran gearbeitet, dass wir zuhause ausgezeichneten Kaffee und Espresso trinken können. Das sagt Gottfried Schneiderbauer – und der muss es wissen. Er leitet dort im bayrischen Chiemgau das Entwicklungslabor und ist […]

Antwort schreiben