Kaffee genießen und Gutes tun: Fairtrade Kaffee

Fairtrade oder Direct Trade: Kaffee aus fairem Handel

Kaffee ist heute die zweitwichtigste globale Handelsware – gleich nach Erdöl. Hergestellt wird das braune Gold allerdings völlig anders. Auch heute noch werden die Bohnen in mühseliger Handarbeit gepflückt und verarbeitet, oft in Familien- oder Kleinbetrieben mit nur wenigen Mitarbeitern.

Damit diese Kleinbauern nicht schutzlos dem Preisdruck der internationalen Handelskonzerne ausgesetzt sind, wurde nach vereinzelten Initiativen zu Anfang der 1990er das Fairtrade-Siegel etabliert. Das Label wird von Organisationen in den Verbraucherländern vergeben und soll sicherstellen, dass die Erzeuger einen Mindestlohn und eine zusätzliche Prämie für soziale und ökonomische Entwicklung erhalten.

Auch wenn immer wieder mal Kritik an dem von der Organisation Transfair vergebenen Gütesiegel aufgekommen ist, in jüngerer Zeit etwa aufgrund einer Regelung des internationalen Dachverbandes, die die Auflagen für bestimmte Produkte herunterschraubte – in jedem Fall wurde durch das herstellerunabhängige „Fairtrade“ eine Handelsplattform geschaffen, die den Erzeugern überhaupt ein Überleben garantiert und fairen Handel aus der Nische holte.

Das Angebot fair gehandelter und auch biologisch angebauter Kaffeebohnen ist mittlerweile groß. Fairtrade ist nach wie vor das bekannteste Siegel, auch wenn es inzwischen einige andere Auszeichnungen für Waren aus fairem Handel gibt – die nicht alle halten, was sie versprechen.

Seit auch Discountern das Fairtrade-Logo verliehen wird, hat die Handelsorganisation Gepa das Siegel von vielen ihrer Produktverpackungen gestrichen und durch ein eigenes „Fair+“ ersetzt.

Viele kleine und auch große Röstereien setzen außerdem auf „Direct Trade“: Kaffee, der zertifiziert von bestimmten Erzeugern zu garantierten und nachvollziehbaren Preisen stammt – wie er etwa in den Weltläden Mitteleuropas angeboten wird.

„Direct Trade“-Kaffee wird ohne Zwischenhändler direkt von einer Kooperative oder einer Farm bezogen. So bieten Röster den Erzeugern deutlich höhere Preise, als Anbauer erzielen können, die vom Weltmarktpreis abhängig sind.

Fairtrade oder Direct Trade: Kaffee aus fairem Handel

Und grundsätzlich ist fair gefragt – die Nachfrage wird immer größer. So kauften Konsumenten in Deutschland im vergangenen Jahr laut Forum Fairer Handel fair gehandelte Produkte für mehr als eine Milliarde Euro. Das sind 31 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Allein mit dem „Fairtrade“-Siegel wurden im Jahr 2013 Waren im Wert von mehr als einer halben Milliarde Euro verkauft. Fairtrade Kaffee, mit dem die ganze Bewegung einst losgetreten wurde, ist dabei nach wie vor die wichtigste Produktkategorie.

Gemessen an den Gesamtausgaben der Bundesbürger ist bei fairem Genießen allerdings noch  viel Luft nach oben.

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